Umtopfen!

Wiedergutmachung - Bitte Umtopfen/prosim!

Rund 2,5 Millionen Euro im Jahr gibt das Land Oberösterreich für seine alternative Kulturszene aus. Das Land Kärnten beschränkte sich in diesem Bereich zuletzt auf rund 150.000 Euro, ein Betrag, der seit dem politischen Wendejahr 1999 tendenziell sogar geringer wurde. Dieses Missverhältnis gegenüber anderen Bundesländern, eine Folge freiheitlicher Kulturpolitik, müsse schrittweise beseitigt werden, forderten gestern die Proponenten der neu formierten Interessensgemeinschaft der Kärntner Kulturinitiativen (IG KiKK). Motto: "Bitte umtopfen!". Und zwar von kleinen, gut verwurzelten Kulturpflanzen in größere Gefäße.

Dies blieb nicht der einzige Wunsch an die Adresse von Kulturreferent Wolfgang Waldner, dem man zuvor allerdings Rosen streute. Nach 14 Jahren der "Unkulturpolitik" und der "Dürre" habe der ÖVP-Politiker "sehr viel Verständnis gezeigt für unsere Anliegen", konstatierte IG-KiKK-Obfrau Angelika Hödl im Klagenfurter "raj", das seit Kurzem ein kleines Vereinsbüro beherbergt. Dass man sich ein solches überhaupt leisten kann, sei nicht zuletzt Waldner zu verdanken, der die IG KiKK erstmals seit 1999 wieder förderte: heuer mit 15.000 Euro und kommendes Jahr mit 50.000 Euro.

Als Gegenleistung für das Land wird der neue, für 30 Wochenstunden verpflichtete Sekretär Wolfgang Guttner eine Bestandsanalyse der autonomen Kulturarbeit in Kärnten durchführen. Guttner, der zuietzt in vergleichbarer Funktion in Oberösterreich tätig war: "In den kommenden Monaten sollen sämtliche freien Kulturinitiativen besucht werden, um deren Bestand bzw. Bedürfnisse zu erbeben." In Folge wolle man den Vereinen mit Beratung, Workshops und Lobbying auf die Sprünge helfen. Derzeit seien "rund 30 Kulturinitiativen Mitglied der IG KiKK", so Brigitte Strasser, die den Dachverband 1991 initiiert hatte. Und Schriftführer Hans Jalovetz ergänzte: "Unser Ziel muss es sein, möglichst alle Vereine als Mitglieder zu gewinnen. Nur so können wir stark auftreten." Der aktuelle Jahresbeitrag: 25 Euro. Eine Aufgabe der IG KiKK ist übrigens die Erhaltung bestehender Kulturstätten. Im Falle des gefährdeten Villacher Kulturhofkellers, Heimat des seit 25 Jahren erfolgreichen "Kulturforums", konnte Jalovetz gestern den Weiterbestand "zumindest bis zum nächsten Jahr" verkünden.

Text: Erwin Hirtenfelder, Kleine Zeitung, 11. Dezember 2013

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