Basisdatenerhebung 2014

Basisdatenerhebung 2014 – Erste Hausbesuche

Hausbesuche - Eine Bestandsaufnahme

12. Jänner 2014 | Erste Hausbesuche: Sehr spannende und konstruktive Gespräche mit Gerald Eschenauer von Buch13 und den (neuen und "alten") Kulturhofkeller-Leuten! Foto: Privat

Die Wahrnehmung, Wertschätzung und das Image Freier Kulturarbeit in Kärnten/Koroška müssen auf das ihr zustehende Niveau gehoben werden!
Um eine innovative Weiterentwicklung - den kulturpolitischen Diskurs als auch konkrete Produktionsbedingungen betreffend - zu ermöglichen, bedarf es eines konkreten Datenmaterials, das über den Bestand und die "Bedürfnisse" der Freien Szene fundiert Auskunft bietet.

Während in den vergangenen Jahren in den meisten österreichischen Bundesländern diese Daten durch die jeweiligen Interessensvertretungen kontinuierlich erhoben wurden, konnte die IG KiKK ab dem Jahr 2000 in Ermangelung der erforderlichen Strukturen keine qualifizierte Erhebung mehr durchführen.

Es ist somit ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der IG KiKK im Jahr 2014, den Bestand, bzw. den Bedarf der Freien Kulturszene in Kärnten/Koroška zu erheben. Hierzu werden sämtliche Freie Kulturinitiativen im Land besucht, um ein aktuelles Bild der Szene erhalten zu können. Die dabei erhobenen anonymisierten Daten können einerseits die IG KiKK bei ihrem kulturpolitischen Lobbying auf Landesebene unterstützen, andererseits mit den parallel in ganz Österreich erhobenen Daten verglichen werden, um auch auf Bundesebene aussagekräftiges Zahlenmaterial in der Hand zu haben.
Da es seit mittlerweile vierzehn Jahren keine Basisdatenerhebung mehr in Kärnten/Koroška gegeben hat, hat sich die IG KiKK entschlossen ein maßgeschneiderten Fragebogen zu entwickeln, der über den von der IG Kultur Österreich hinausgeht, um ein detailiertes Bild der Freien Szene in Kärnten/Koroška wiedergeben zu können.

Die Ergebnisse der Basisdatenerhebung der IG KiKK 2014 sollen im Herbst dieses Jahres der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Ergebnis der Basisdatenerhebung 2014

Freie Kulturinitiativen sind der größte kulturelle Player in Kärnten/Koroška

72 Besucherinnen und Besuchern, 3.732 Veranstaltungen im Jahr 2013 und rund 50% Eigenleistung zeigen die Freien Kulturinitiativen, dass sie ein unübersehbarer FaktMit 226.6or in der Kärntner Kulturlandschaft sind. Dem stehen Unterfinanzierung seitens des Landes (€ 360.416) und personelle Unterbesetzung (nur 5 ganzjährig Vollzeitbeschäftigte) gegenüber. Den größten Förderanteil leisten die Gemeinden inklusive der Städte Klagenfurt und Villach mit 537.715 Euro.

Das erklärte Ziel der von der IG KiKK durchgeführten Basisdatenerhebung 2014 (beruhend auf dem Zahlenmaterial von 2013) ist es, den Stellenwert und die Bedeutung freier Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška hervorzuheben und ihre Produktionsbedingungen anhand von Facts & Figures aufzuzeigen. Für die Befragung wurden 82 Kulturinitiativen kontaktiert. Der hohe Rücklauf von knapp 80% ermöglicht, dass nun ein aufschlussreiches und repräsentatives Ergebnis zur IST- Situation Freier Kulturarbeit in Kärnten/Koroška vorliegt, das am 19.02.2015 präsentiert wurde.

Zu den positiven Ergebnissen zählt, dass es mit 226.672 Besucherinnen und Besuchern ein interessiertes Publikum gibt, dass die kulturelle Nahversorgung zu schätzen weiß und die durchschnittlich täglich zehn bis 14 stattfindenden Veranstaltungen auch rege besucht. In Summe sind es 3.732 Veranstaltungen in zwölf verschiedenen Sparten bzw. auch spartenübergreifend, die kärntenweit angeboten werden, wobei der Anteil von 415 Eigenproduktionen und 299 Koproduktionen besonders hervorgehoben werden muss. Die größte Dichte weisen die Städte Klagenfurt und Villach auf, aber auch die ländlichen Gegenden, und hier vor allem die zweisprachigen Gemeinden in Südkärnten, warten mit einem vielseitigen Repertoire auf. Aus zivilgesellschaftlicher Sicht erfreulich ist die Tatsache, dass rund 40% ihre Kulturarbeit im Kontext der slowenischen Volksgruppe verorten.

Nicht so erfreulich stellen sich die Produktionsbedingungen dar. Elf Kulturinitiativen geben an dringend Veranstaltungsräume zu brauchen. 78% nutzen private (Wohn)Räume als Büro sowie zusätzlich Lagerräume, Proberäume und Werkstätten aus privaten Ressourcen. Nur 5 (!) Personen arbeiten ganzjährig in Vollzeit, 60 weitere Personen können zwar ganzjährig bezahlt werden, allerdings in Teilzeit oder in atypischen Beschäftigungsverhältnissen wie.z.B. Werkvertrag, Honorarbasis oder als geringfügig Beschäftigte. Insgesamt 1030 Ehrenamtliche tragen – je nach Standpunkt – freiwillig bzw. unfreiwillig zum Zustandekommen der Produktionen bei.

An der Spitze der Fördergeber stehen die Gemeinden (inklusive Klagenfurt und Villach € 537.715), gefolgt vom Bund (alle Abteilungen € 504.100). Erst an dritter Stelle liegt das Land, dass im Jahr 2013 aus allen Abteilungen € 469.916 an Förderungen vergab, wobei die befragten Kulturinitiativen aus der Kulturabteilung € 360.416 und damit 1,36% des Kulturbudgets erhielten.

In einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse ließ Kulturreferent und LR Dipl. Ing. Benger verlauten, mit der IG KiKK gemeinsam mehrjährige finanzielle Zusagen und langfristige Konzepte zur Verbesserung der Situation erarbeiten zu wollen.