FREIE SZENE – FREIE KUNST

Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen für Wien

Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Vor allem Aspekte der öffentlichen Wahrnehmung und Anerkennung kultureller/künstlerischer Arbeit, des Fair Pay und der sozialen Absicherung wurden angesprochen.

Aber auch internationale Vergleiche wurden gezogen dank Beiträgen des Netzwerks freier Berliner Projekträume und –initiativen, des BBK – Berliner Bildende Künstler*innen und des BFDK – Bundesverband Freie Darstellende Künste Deutschland. Gemeinsamkeiten und Differenzen auf struktureller Ebene im gesamten europäischen Raum wurden überdies von Johannes Studinger, dem Vorsitzenden des weltweiten Gewerkschaftsbundes des Medien- und Unterhaltungssektors UNI MEI, in ein Verhältnis gesetzt.

Autorin und Schauspielerin Anna Mendelssohn, der Wiener Beschwerdechor und ein Film unter dem Titel „A Portrait of the Artist as a Worker“ von Ina Wudtke näherten sich derweil künstlerisch Thematiken wie der akuten Armutsgefährdung von Künstler*innen an, während sich die Key-Note von Bojana Kunst, Professorin für angewandte Theaterwissenschaft an der Universität Gießen, konkret mit dem infrastrukturellen Verständnis des/der Künstler*in als Arbeiter*in auseinandersetzte.

Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica – music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner*innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter*innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner*innen in den Diskussionsrunden involviert.

Eine Reihe von Folgeveranstaltungen ist bereits in Planung und im Herbst 2019 soll sich ein nächstes Symposium mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinandersetzen.

Aussendung: IG Freie Theater
Fotocredit: (c) eSeL.at – Lorenz Seidler