Zarja

Der Slowenische Kulturverein „Zarja“ (Morgenröte) wurde 1908  in Bad Eisenkappel/Železna Kapla gegründet. Die anfänglich rege Tätigkeit wurde durch den Ersten Weltkrieg und die Grenzkämpfe 1918/1919 stark behindert und konnte sich erst in den späten 1920er-Jahren einigermaßen erholen. In dieser Zeit bekam der Verein auch den jetzigen Namen „Zarja“, der soviel wie Morgen- bzw. Abendröte bedeutet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Verein durch das NS-Regime aufgelöst und das Vereinseigentum vernichtet bzw. beschlagnahmt. Viele aktive Vereinsmitglieder haben sich dem bewaffneten Widerstand angeschlossen, während andere in verschiedene Konzentrationslager deportiert wurden. Eisenkappel wurde damals zu einem Brennpunkt des Widerstandes. Die Opferbilanz der NS-Herrschaft unter der kärntner- slowenischen Zivilbevölkerung ist insbesondere in der Gegend um Eisenkappel sehr hoch.

Auch die Neuanfänge nach dem Kriegsende waren mit großen Schwierigkeiten und nationalen Konflikten verbunden. Dennoch konnte sich der Verein nach und nach konsolidieren und heute zählt er zu den aktivsten Vereinen der slowenischen Minderheit in Kärnten, mit vielen Sektionen, in denen slowenisches Kulturgut gepflegt und weitergegeben wird, in denen aber auch nach neuen Formen der Kulturarbeit und Weiterbildung gesucht wird. Gleichzeitig gehört der Verein zu den Vorreitern bei den Bestrebungen nach einem friedlichen und gleichberechtigten Miteinander der beiden Volksgruppen in Eisenkappel. Dieses Miteinander ist trotz großer Bestrebungen und vieler Initiativen sehr oft noch ein Nebeneinander. Zu viele unaufgearbeitete Ereignisse aus der Vergangenheit behindern die „Entfernung der Grenzen“ in den Köpfen der ansässigen gemischtsprachigen Bevölkerung.

Im Frühjahr 2008 wurde das „Forum Zarja“ mit dem Ziel ins Leben gerufen, sich aus der „Anonymität“ zu verabschieden und selbstbewusster in das Leben aller GemeindebürgerInnen, ob slowenisch- oder deutschsprachig, zu treten. Auf dem Hauptplatz in Bad Eisenkappel ziert nun die Fassade des ehemaligen Postamtes eine einladende Aufschrift: „Spuren suchen – Zeichen setzen / zahaja – vzhaja“.

Dem Verein steht mit dem „Forum Zarja“ nun erstmals ein eigenes Veranstaltungszentrum zur Verfügung, dessen Räumlichkeiten für unterschiedliche Veranstaltungen genützt werden können und öffentlich zugänglich sind. Bewusst wendet sich „Zarja“ damit nicht nur an eine „inner-slowenische“ Öffentlichkeit, sondern versteht ihre Kulturarbeit auch als Beitrag zum interkulturellen Dialog der deutsch- und slowenischsprachigen Lokalbevölkerung, deren Verhalten zueinander immer noch durch offene, historisch bedingte Wunden geprägt ist.

Aus dem Bestreben nach einer Annäherung der gemeinsamen, oft sehr schwierigen und kontroversiell erlebten Geschichte heraus und auf der Suche nach neuen Formen der Vereinsarbeit wurde die Idee geboren, auszubrechen aus der üblichen Vereinsarbeit und neue, innovative und zukunftsweisende Kulturprojekte zu organisieren.

Im Verein arbeiten ca. 150 aktive Mitglieder in verschiedenen Sektionen:Gemischter Chor, Vocalensemble KLIKA, Tamburizzagruppe TAMIKA, Terzett Leppen/Lepena, zwei Theatergruppen (Erwachsene und Jugendgruppe), Folkloregruppe, Sportsektion, Bücherei

Kontakt:

Slovensko prosvetno društvo/Slowenischer Kulturverein ZARJA
9135 Bad Eisenkappel/Železna Kapla 67

Kontaktperson:
Ošina Wilhelm
Leppen/Lepena 57
9135 Bad Eisenkappel/Železna Kapla
0044 650 2807574

willi.osina@slo.at
www.zarja.at