Freie Kulturinitiativen sind der größte kulturelle Player in Kärnten/Koroška

Mit 226.672 Besucherinnen und Besuchern, 3.732 Veranstaltungen im Jahr 2013 und rund 50% Eigenleistung zeigen die Kulturinitiativen, dass sie ein unübersehbarer Faktor in der Kärntner Kulturlandschaft sind. Dem stehen Unterfinanzierung seitens des Landes (€ 360.416) und personelle Unterbesetzung (nur 5 ganzjährig Vollzeitbeschäftigte) gegenüber. Den größten Förderanteil leisten die Gemeinden inklusive der Städte Klagenfurt und Villach mit 537.715 Euro.

Das erklärte Ziel der von der IG KIKK durchgeführten Basisdatenerhebung 2014 (beruhend auf dem Zahlenmaterial von 2013) ist es, den Stellenwert und die Bedeutung freier Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška hervorzuheben und ihre Produktionsbedingungen anhand von Facts & Figures aufzuzeigen. Für die Befragung wurden 82 Kulturinitiativen kontaktiert. Der hohe Rücklauf von knapp 80% ermöglicht, dass nun ein aufschlussreiches und repräsentatives Ergebnis zur IST- Situation freier Kulturarbeit in Kärnten/Koroška vorliegt, das am 19.02.2015 präsentiert wurde.

Zu den positiven Ergebnissen zählt, dass es mit 226.672 Besucherinnen und Besuchern ein interessiertes Publikum gibt, dass die kulturelle Nahversorgung zu schätzen weiß und die durchschnittlich täglich zehn bis 14 stattfindenden Veranstaltungen auch rege besucht. In Summe sind es 3.732 Veranstaltungen in zwölf verschiedenen Sparten bzw. auch spartenübergreifend, die kärntenweit angeboten werden, wobei der Anteil von 415 Eigenproduktionen und 299 Koproduktionen besonders hervorgehoben werden muss. Die größte Dichte weisen die Städte Klagenfurt und Villach auf, aber auch die ländlichen Gegenden, und hier vor allem die zweisprachigen Gemeinden in Südkärnten, warten mit einem vielseitigen Repertoire auf. Aus zivilgesellschaftlicher Sicht erfreulich ist die Tatsache, dass rund 40% ihre Kulturarbeit im Kontext der slowenischen Volksgruppe verorten.

Nicht so erfreulich stellen sich die Produktionsbedingungen dar. Elf Kulturinitiativen geben an dringend Veranstaltungsräume zu brauchen. 78% nutzen private (Wohn)Räume als Büro sowie zusätzlich Lagerräume, Proberäume und Werkstätten aus privaten Ressourcen. Nur 5 (!) Personen arbeiten ganzjährig in Vollzeit, 60 weitere Personen können zwar ganzjährig bezahlt werden, allerdings in Teilzeit oder in atypischen Beschäftigungsverhältnissen w.z.B. Werkvertrag, Honorarbasis oder als geringfügig Beschäftigte. Insgesamt 1030 Ehrenamtliche tragen – je nach Standpunkt – freiwillig bzw. unfreiwillig zum Zustandekommen der Produktionen bei.

An der Spitze der Fördergeber stehen die Gemeinden (inklusive Klagenfurt und Villach € 537.715), gefolgt vom Bund (alle Abteilungen € 504.100). Erst an dritter Stelle liegt das Land, dass im Jahr 2013 aus allen Abteilungen € 469.916 an Förderungen vergab, wobei die befragten Kulturinitiativen aus der Kulturabteilung € 360.416 und damit 1,36% des Kulturbudgets erhielten.

In einer ersten Reaktion auf die Ergebnisse ließ Kulturreferent und LR Dipl. Ing. Benger verlauten, mit der IG KIKK gemeinsam mehrjährige finanzielle Zusagen und langfristige Konzepte zur Verbesserung der Situation erarbeiten zu wollen. 

Download: Basisdaten

Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Februar 2015 um 23:00